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Ostern 2012

Matthäuspassion und Kammermusikfest ChamberJam

»Sind Blitz und Donner, sind Licht und Schatten, sind Himmel und Erde: So kontrastreich begab sich eine schöne, dichte, tiefe Aufführung von Bachs Matthäuspassion in der Johanneskirche.« So fulminant beginnt Wolfram Goertz' Kritik in der Rheinischen Post - und endet so: »Nach dieser Bereitung des Wegs konnte Ostern kommen.« Ein runder Kommentar für eine runde Sache: Auch in diesem Jahr wurde in der Johanneskirche wieder ein kleines »Osterfestival« auf die Beine gestellt, mit großem Erfolg nicht nur in den Medien: Die Matthäuspassion war bis auf den letzten Platz ausverkauft, und auch die vier Konzerte am Osterwochenende fanden erfreuliche Resonanz.

Den Auftakt bildete das traditionelle große Chor- und Orchesterkonzert am Karfreitag. Hier hatte Kantor Wolfgang Abendroth sich für die Aufführung eines der größten und affektreichsten Sakralwerke der Musikgeschichte entschieden: Die »MATTHÄUSPASSION« von Johann Sebastian Bach, gesungen von der Johanneskantorei. Von Ostersamstag bis Ostermontag dann begaben sich die Künstler des ChamberJam Ensembles im Bachsaal der Johanneskirche auf die Suche nach »SEHNSUCHTSORTEN«.

 

Matthäuspassion

»Wer nie eine der Pas­sio­nen Bachs (…) mit­ge­sun­gen hat, kann den ide­el­len und per­sön­li­chen Zuge­winn über­haupt nicht ermes­sen, der bei der Ein­stu­die­rung sol­cher Werke beim Chor­sän­ger ent­steht. Einem gro­ßen Meis­ter ein­mal ganz nahe sein…«, schwärmte Wolfram Goertz neulich in der Rheinischen Post. Ein ähnliches Erlebnis, möchte man hinzufügen, war auch dem Zuhörer beschieden – und dabei Martin Geck zitieren: »So dramatisch der Passionsbericht des Matthäus als solcher ist – er gibt doch nur eine Andeutung der Affektenvielfalt, die in der Musik Bachs zu finden ist. Der Komponist selbst sorgt für ein Panorama der Leidenschaften, in dem das Erhabene neben dem Anmutigen, das Düstere neben dem Freudigen, der Affekt des Schmerzes neben dem der zärtlichsten Liebe stehen.« (F.A.Z., 8.4.1995). Garanten für eine qualitätsvolle Aufführung der »MATTHÄUSPASSION« am Freitag, 6. April, 17 Uhr waren Erica Eloff (Sopran), Dagmar Linde (Alt), Patricio Arroyo (Tenor), Henning Klocke, (Tenor), Rolf A. Scheider (Bass) und Sebastian Klein (Bass). Es spielte das ChamberJam Ensemble, es sang die Johanneskantorei, die musikalische Leitung hatte Wolfgang Abendroth.

 

Sehnsuchtsorte

Das Osterwochenende gehörte den Künstler des ChamberJam Ensembles, die sich im Bachsaal der Johanneskirche auf die Suche nach »SEHNSUCHTSORTEN« begaben: Der Kreis aus ebenso jungen wie avancierten Musikern setzte unter der künstlerischen Leitung des Geigers Daniel Rowland auf Frische, Spontaneität und Lust an der Musik, um im kammermusikalischen Bereich neue Akzente zu setzen.

Die Reise führte am Samstag, 7. April, 20 Uhr zunächst ins Metaphysische. Unter dem Titel »Innerlichkeit und Weltabkehr« standen Werke von Arvo Pärt, Alfred Schnittke und das Streichquintett in C-Dur von Franz Schubert auf dem Programm.

Am Sonntag, 8. April, ging es über nachmittägliche »Traumtänze« mit Werken von Claude Debussy, Gabriel Fauré, Jean-Philippe Rameau, Maurice Ravel und Erik Satie (17 Uhr) zu späterer Stunde hin zu einem ganz konkreten (Sehnsuchts-)Tanz: »Tango! – Stoßgebet und Leidenschaft« präsentierte Werke von Mario Lavista, Marcelo Nisinman, Astor Piazzolla, Manuel Ponce, Osvaldo Tarantino und Joaquín Turina (20 Uhr).

Am Montag, 9. April, 17 Uhr schließlich stand die sehnsuchtsvolle russische Seele im Mittelpunkt: »From Russia with love – Liebessehnen« hieß das Konzert mit Werken von Michail Glinka, Sergej Prokofjew, Dmitri Schostakowitsch und Peter I. Tschaikowsky.


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