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Von Karfreitag bis Ostermontag gestaltete ein international zusammengesetztes Ensemble grandiose Programme

Pressebericht Westdeutsche Zeitung
Ein Artikel von Lars Wallerang

Düsseldorf. Schon immer belegte die Johanneskirche einen der ganz vorderen Plätze im geistlichen Musikleben der Stadt. Und die Reihe von Feiertagskonzerten von Karfreitag bis Ostermontag belegte noch einmal eindrucksvoll, wie stark die künstlerischen Impulse sind, die der Kantor Wolfgang Abendroth, Förderpreisträger der Stadt Düsseldorf, setzt.

Eine große Gruppe von Musikern, die Abendroth auf seinen weltweiten Konzertreisen kennenlernte, fanden sich in der Karwoche und an den Osterfeiertagen zusammen, um unzählige Konzerte einzustudieren und aufzuführen – von ernsten Passionswerken bis zu heiteren Programmen für die Ostertage.

Die künstlerische Leitung ist aufgeteilt zwischen Abendroth und den beiden Geigern Priya Mitchell und Daniel Rowland. Was für einen Klangsinn beispielsweise Daniel Rowland besitzt, zeigte sich beim Violin-Solo in Olivier Messiaens „Lobpreisung der Unsterblichkeit Jesu“.

Ein innigerer, feinfühligerer Streichergesang als dieser lässt sich kaum denken. Dieses religiös vergeistigte Stück für Violine und Klavier bildete den Abschluss des Karfreitagskonzerts. Hauptwerke waren das Konzert für Orgel und Orchester sowie das „Stabat mater“ von Francis Poulenc, beides selten zu hörende Kompositionen des französischen Neo-Klassizisten.

Für das Poulenc-Konzert wurde der Spieltisch der großen Beckerath-Orgel nah ans Orchester gestellt, sodass Abendroth und seine Instrumentalisten perfekt interagieren konnten. Die spontan zusammen gewürfelten Musiker ergaben ein wunderbar homogenes Ensemble auf höchstem Niveau. Die Klangfarben des Orchesters mischten sich überaus reizvoll mit dem silbrig brillanten Klang der Orgel.

Poulencs „Stabat mater“ vereint den Ausdruck von Schmerz mit einer eigentümlichen Leichtigkeit, die den Ernst nicht negiert, sondern in so etwas wie Erlösungszuversicht verwandelt. Auch in diesem Passionswerk spielt Poulenc mit schillernden Orchesterfarben.

Kaum ein anderer Komponist vermag es, einem so leidensgeprägtes Bibelsujet wie dem des Schmerzes Marias vor dem Kreuz des Sohnes einen Hauch von musikalischer Eleganz zu verleihen, ohne dass etwas von der geistigen Würde verloren geht. Als gut vorbereitet erwies sich hier auch der Düsseldorfer Kammerchor mit seiner sauberen Intonation und präzisen Einsätzen.

Solistische Glanzlichter setzte zudem die Sopranistin Erica Eloff auf. Die Verbindung von sirenenhafter Höhe, Expressivität und tragfähigem Piano verlieh ihrem Vortrag besondere Plastizität. Starker Beifall nach einem längeren Moment ehrfürchtiger Stille.

Quelle: Westdeutsche Zeitung

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