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Topic-icon Der Mensch ist ein Beziehungstier – GEMEINSCHAFT und Lehre

2 Wochen 1 Tag her #43

- Als ich vor etlichen Jahren aus dem freikirchlichen Exil in die evangelische Landeskirche zurückkehrte war mir klar: Auf Gemeinschaft würde ich von nun an verzichten müssen. - Damals war ich noch U30 - und in meiner Altersklasse völlig allein im Gottesdienst (- es sei denn, ich brachte selber Freunde mit)...

Die Bibel birgt Schätze. Manche kann nur ein Fachmann (Theologe) bergen. Andere erstrahlen in besonderer Klarheit, wenn eine ganze Gruppe von Menschen sich über eine Geschichte austauscht. Wir müssen weg von der Illusion, es reiche aus, sich einmal in der Woche (oder seltener) von einem hauptamtlichen Kirchenmenschen etwas verkündigen zu lassen. Und damit meine ich natürlich nicht, daß irgendjemand das Gefühl bekommen sollte, er oder sie MÜSSE an mehr Veranstaltungen oder Treffen teilnehmen. Ich meine damit, daß es für den Einzelnen und die Gemeinde GUT ist, wenn Kirche mehr ist als der sonntägliche Gottesdienst, bei dem kein Besucher dem anderen ins Gesicht schaut: Wir brauchen mehr Gemeinschaft. Dringend. – Und zwar vor allem auch mehr Angebote und Möglichkeiten für die Jugendlichen und die jungen Erwachsenen; für diejenigen, die eben an dem Punkt stehen, sich zu fragen: ‚Wofür bin ich auf dieser Welt? Wie geht das, Leben? Wer oder was sagt mir, wer ich bin?‘ Diese jungen Menschen müssen ernst genommen werden: Sie sind die Zukunft.

In den freikirchlichen Gemeinden, die ich kennenlernen durfte, nimmt so gut wie jedes Gemeindemitglied zusätzlich zum Gottesdienstbesuch an mindestens einem Hauskreis teil (= wöchentlicher Bibelkreis von 5-10 Leuten) und ein reichhaltiges Veranstaltungsprogramm jeder Gemeinde ergibt sich fast ausschließlich aus ehrenamtlichem Engagement. Bei uns dagegen ist die Regelsituation, daß ein Kirchenmitglied mit Mitte Zwanzig… Mitte Dreißig… Mitte Vierzig… keinen einzigen Punkt im Gemeindebrief findet, für den er oder sie sich zur Teilnahme motivieren könnte.

Die landeskirchlichen Gemeinden haben andere Strukturen und können – und sollen – nicht so werden wie freikirchliche. Aber in diesem einen Punkt muß sich in meinen Augen dringendst etwas verändern: Die Beschäftigung mit der Bibel in Gemeinschaft mit Anderen ist eine Grundnotwendigkeit. – Damit so ein gemeinsames Bibelstudium ertragreich wird, muß man einander etwas kennenlernen um sich möglichst auch wohlfühlen zu können und einen gewissen Vertrauensrahmen zu haben. Gelingt dies, so ist solch ein Hauskreis eine Keimzelle des Glaubens. –

Ohne ein deutliches Mehr an Gemeinschaft – durch Bibelkreise, Freizeitfahrten und was auch immer – werden die Landeskirchen in den kommenden Jahrzehnten womöglich vollends hinwegschrumpfen, zerfallen oder zur totalen Fassade verkommen. (- Nochmal 500 Jahre würde ich ihnen gegenwärtig jedenfalls nicht geben...)

Letzte Änderung: 2 Wochen 1 Tag her von K. Jacobi .

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