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Topic-icon 2.0 - Glaubensvermittlung an die nächsten Generationen

4 Wochen 1 Tag her #25

„Was HÄNNSCHEN nicht lernt, lernt HANS (oftmals) nimmer mehr.“

Unsere fortschreitende „Krise“ bei der Wurzel anpacken.
Da liegt der Schlüssel für unseren Erfolg der nächsten 500 Jahre.

Das wäre eines der vielen Ansätze für die Reformation 2.0

Denn es liegt nicht nur alleine in der Verantwortung der jeweiligen Eltern, die oftmals selbst dem Glauben skeptisch und entfremdet gegenüber stehen. Oder nicht alleine an unseren Schulen, wo die Religionslehrer nicht selten verlernt haben das Feuer und die Wissbegier bei den Kindern zu entfachen. Es liegt viel mehr tatsächlich an jedem einzelnen Christ von uns selbst, und ich betone es noch einmal, es liegt an uns selbst, nun verantwortungsvoll auf die „Krise“ zu reagieren, und die Botschaften des Christentums an die nächsten Generationen weiterzureichen.

Unsere wunderbare Johanneskirche hat da etliche sehr gute Angebote für uns, doch sie kann nicht alles alleine meistern, wo es anderswo hapert. Die Kirche kann noch so viel Gutes erneuern, konzipieren, entwickeln und anbieten. Was ihr bei der derzeitigen, fortschreitenden Entwicklung fehlen wird, das sind die neuen Generationen.

Das alles vertrete ich deshalb, weil ich ein klassischer Fall bin, dem im Kindesalter relativ wenig vom Glauben weitergegeben wurde.
Denn das was mir in der Schule überhaupt nicht qualitativ beigebracht wurde, und im Elternhaus nicht vorgelebt wurde, hat allein meine Großmutter zum kleinen Teil aufgefangen, indem sie mich in den Glauben, und ohne einer absichtlichen Mission, hineingeführt hatte. Sie hat die Botschaft der christlichen Nächstenliebe an mich weitergegeben. Ohne ihre Einladung in das Gemeindehaus in Kasachstan, und später in die Kirche hier in Deutschland, mitzukommen, hätte ich heute große Probleme gehabt, den Weg in die Kirche zu finden. Da bin ich mir relativ sicher!

Fazit:
Laden wir doch unsere Kinder und Enkelkinder mal ein, uns zum Gottesdienst, und nicht nur am Heiligen Abend, zu begleiten.
Zeigen wir Ihnen was christliche Werte sind, und helfen Ihnen, den Weg in die Kirche zu finden.

Und noch besser fände ich, wenn die Kinder die Möglichkeit bekämen, sich aktiv im Gottesdienst mit den Erwachsenen zu beteiligen.
Für mich klingt das nicht nach einer katholischen Praxis, sondern nach einem christlichen Wert.

Letzte Änderung: 4 Wochen 1 Tag her von Roman Massold.
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4 Wochen 12 Stunden her #31

Reformation 2.0 braucht Pfingsten 2.0

Lange Jahre in einer deutschen Stadt lebend, in der der Anteil der Christen weniger als 10 Prozent betrug, fand Christsein im öffentlichen Leben quasi nicht satt. Der atheistische Staat hatte zunächst mit einem gewissen Druck auf die Menschen eine weitestgehende „Entkirchlichung“ der Gesellschaft erreicht. Die Staatspartei ging davon aus, dass sich der „christliche Rest“ im Laufe der Zeit von selbst erledigt. Dass es dann vor 27 Jahren anders kam, wissen wir!

Als ich vor vielen Jahren nach Düsseldorf zog, in eine Stadt mit einem Anteil von mehr als 60 Prozent Christen, sah die Sichtbarkeit des Christentums im öffentlichen Leben allerdings nicht viel anders aus. Auch hier konnte ich z.B. keine christlichen Weihnachtskarten im Geschäft kaufen. Eigentlich seltsam, dass ich bei diesem hohen Anteil an Christen dieses Produkt nur über „Spezialverlage“ im Internet beziehen kann. Selbst Muslime wundern sich, wo denn die Christen eigentlich alle wären.
Mit unserer frommen Zurückgezogenheit sind wir allerdings nicht allein. Selbst die Jünger Jesu, die Ostern und Himmelfahrt miterlebt hatten, waren zunächst Angsthasen. Es musste erst Pfingsten werden, damit sie sich aufmachten, das Evangelium zu verkündigen. Vielleicht brauchen wir für Reformation 2.0 einfach ein neues Pfingsten?! Kein Geschäft könnte es sich dann mehr leisten, keine christlichen Karten anzubieten, beim Frisör würde neben den gelben Blättern ganz selbstverständlich die Zeitschrift „Frohe Botschaft“ ausliegen und am Montagmorgen würden wir im Büro unseren Kollegen, die gerade die Fußballergebnisse diskutieren, von einem tollen Gottesdienst erzählen, den wir am Sonntag besucht haben. Pfingsten bringt christliche Mutbürger hervor.

Reformation 2.0 braucht meines Erachtens Pfingsten 2.0: Bitten wir darum, hoffen wir darauf, wagen wir solches!

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3 Wochen 5 Tage her #32

Gemeinschaft der Heiligen. - Evangelische favorisieren einen spirituellen Individualismus: „Ich glaube an Gott, ich trage den Gottesgeist in mir, ich brauche die anderen nicht", heißt es. Glaube ist Privatsache, jede/r hat mit sich selbst zu tun, Gott ist so groß wie meine persönliche Erfahrung mit Ihm. - In den Taufbekenntnissen der frühen Kirche ist zusammengetragen, was meine Spiritualität zum christlichen Glauben macht. Da heißt es u.a.: „Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen“. Das heißt: ich glaube, dass Gott sich in der Gemeinschaft der Heiligen begegnen lässt – anders, größer, Horizont erweiternder als in meinen engen privaten Grenzen. In der Gemeinschaft der Heiligen ist eine Gottespräsenz, die ich in mir allein nicht finde. Der Christus begegnet mir in der Begegnung mit anderen Menschen, erzählen die biblischen Berichte. – Hier besteht dringender Reformbedarf, hier erwarten uns Erfahrungen, die über unseren privaten Horizont hinausgehen. Das abendländische Christentum verarmt im postmodernen Individualismus, es verkümmert in seinen beschränkten Erfahrungswelten, es braucht die Frischluft des Austausches mit Menschen, die glauben und Gott noch anders kennen als ich. „Heilige“ sind nach evangelischem Verständnis nicht (nur) vorbildlich oder fehlerlos lebende Menschen. Es sind nach biblischem Zeugnis Menschen, die zur Gemeinschaft gehören, die sich um den Auferstandenen sammelt. Christlicher Glaube ist nicht zuerst (oder allein) Ich-Stärkung, er ist vor allem Horizont erweiternd. Die Getauften brauchen dringend mehr Achtung vor, mehr Aufmerksamkeit für und mehr Neugier auf den Glauben der anderen. Für mich allein verdämmere ich in selbstgewählter geistlicher Isolationshaft.

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3 Wochen 5 Tage her #33

Diakonische Kirche. - Christlicher Glaube ist Glaube-der-durch-die-Liebe-tätig-ist, heißt es seit biblischer Zeit (Galater 5 Vers 6) . Die „Taten der Barmherzigkeit“ waren schon in der Antike ein Markenzeichen der Christenheit. Und die Sozialreformer des 19.und 20.Jahrhunderts haben sich im Wesentlichen an den Vorbildern der diakonischen und caritativen Einrichtungen der Kirche orientiert. Heute ist die Diakonie ein geschätzter und unverzichtbarer Partner des Sozialstaats und führt flächendeckend große Einrichtungen, mit christlicher Motivation, einer Wolke ehrenamtlicher Zuarbeit und fachlich auf der Höhe der Zeit. - Müssen Menschen, die in der evangelischen Diakonie arbeiten, Christen sein? Müssen sie Mitglieder ihrer Kirche sein? Oder ist Diakonie ein Arbeitgeber wie jeder andere, und die Frage nach der geistlichen Heimat von Mitarbeitenden unzulässig, übergriffig? – Damit Kirche und Diakonie nicht auseinanderbrechen, sollte man und frau sich noch einmal erinnern an den Ursprung und den treibenden Geist von Diakonie. „Diakone“ waren im frühen Christentum die Liturgen beim Abendmahl. Sie dienten im Gottesdienst in der Austeilung der Eucharistie, sie halfen mit in der sinnlichen Begegnung mit dem gegenwärtigen Christus. Und was an Brot und Wein übrig blieb, trugen die Diakone raus in die Häuser und Wohnungen, besuchten und bezogen jene ein, die - alt und krank - ihr Haus nicht verlassen und in der Kirche nicht an der Gemeinschaft teilhaben konnten. Den Gottesdienst raus in die Häuser verlängern, den Herrn-der-Leib-und-Seele-heilt überbringen, das ist die Kernaufgabe von Diakonie. Kann das jemand tun, der sagt: Ich hab mit Christentum, Kirche und solchen Dingen nichts am Hut! - ? Der sagt: Ich fordere für mich Religionsfreiheit, ich bin frei von Religion! - ? Es ist kein formal-juristisches Problem. Es ist eine Frage, ob Kirche in Diakonie fortbesteht. Wenn Mitarbeitende sich mit der Mission ihres Hauses identifizieren, dann ist drin, was drauf steht : Diakonie ist Glaube-der-in-Nächstenliebe-tätig-ist.

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