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1 Monat 1 Tag her #24

Es ist eine dankenswerte Initiative unserer Kirche, unter Einbindung ihrer Mitglieder sich zu hinterfragen, warum sie im Bereich der Verkündigung draußen trotz aller Bemühungen immer weniger Gehör findet.

Ist es ein grundsätzliches Desinteresse oder eher eine Art Resignation, weil man auf die eigenen tiefliegenden Gottesfragen fast ausschließlich nur Hinweise auf biblische Texte und Geschichten bekommt, um deren Gegenwartsbezug man sich zwar bemüht, die dennoch den Suchenden oft nicht schlüssig sind. Das sind Klagen, die aus vielen Gesprächen immer wieder zu hören sind.

Die gepredigte Gottesliebe mit unserer durch Menschengewalt geschundenen Welt in Einklang zu bringen, schien schon immer unlösbar. Auch der richtige Hinweis auf die alleinige Verantwortung der Menschen hilft wenig, wenn die schuldigen Mörder weiter ihr Unwesen treiben können, während deren unschuldigen Opfer gottverlassen qualvoll sterben müssen. Bei Naturgewalten und deren Opfer stellen sich die gleichen Fragen nach der unauffindbaren Gottesliebe zu den gequälten Menschen. Auch Geistliche schreien in solcher Not: Wo war Gott?

Mag sein, dass hier etwas anderes gemeint ist.
Wir wissen um unsere Fähigkeit, ja Drang, fast alles zu hinterfragen – auch die Frage nach Gott.
Die Fähigkeit dieses Reflektierens sei ausschließlich uns Menschen gegeben. Wir bekommen hierdurch einen weiteren und tieferen Blick – auch in uns hinein. Wir erkennen so in uns zweierlei Kräfte (Identitäten?); die körperliche und die seelische. Dieses Bild ist aktueller denn je, denn neben den Arztpraxen haben auch für die Belange der Seele Therapeuten ihren hoch angesehenen und gefragten Platz.

Wenn wir von unserer unsichtbaren, auch Gott hinterfragenden Seele wissen – dort könnte eine allein uns zugedachte Dialogstation zu Ihm sein – ein Zeichen seiner Zuwendung. Das Navigieren dorthin mag durch unsere zu starke Erdbindung, die uns immer mehr vereinnahmt, schwierig sein, so wie wir aus dem Alltag ja auch den schwierigen Zugang zu unsere Psyche beklagen und Rat suchen. Kursdaten zum Navigieren liefere das Neue Testament. Auch dass unsere Seele keinen Zeitwert, dafür einen Wert über die Zeit hinaus habe, ist vorstellbar, wenn auch nur am Rande unseres begrenzten Verständnisses.

Wenn das die Predigt zur Gottesliebe meint, dann sollten Predigten Enttäuschungen und dem naheliegendem Missverständnis eines „körperlichen“ Begleitschutzes vorbeugen, den es sichtbar nicht gibt. Dass die suchende Seele ihren Begleitschutz bekommen kann, ist bezeug – und wohl auch erfahrbar – und auch irgendwie schlüssig.

Kurz noch zur gepredigten Sünde, die jeder immer in sich trage – auch der Frommste mit nur guten Gedanken und Taten trage in sich die Sünde. Wie denn, fragt man, wenn er fromm und nur voller guter Taten ist. Es sei die Erbsünde, heißt es, die jeden belaste. „ Vorab sei man ein Sünder“ ist bei aller Demut schwer vermittelbar, so sehr man um seine Schwächen weiß.

„Die Entfernung zu oder von Gott sei die Sünde“ sagte mal ein Prediger, die einen anfälliger mache. Das wäre eher vermittelbar, weil wir ja das vererbte Problem mit der Distanz zur eigenen Seele bereits kennen, die dann, so es sich ergibt, den Weg zu Gott weiterebnen könnte.

Das sind draußen betroffen gestellte Fragen, die die Kirche mit biblischen Gleichnissen allein jenen nicht zu beantworten vermochte, die sich dann resigniert zurückgezogen haben. Vielleicht lässt sich hier noch etwas nach – oder sogar zurückholen.

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4 Wochen 1 Tag her #27

Ich bin der festen Überzeugung, dass die Sünde eine Erfindung der Menschen ist , um uns gegenseitig zu terrorisieren und klein zuhalten. eine Erfindung. Adam und Eva gab es nicht, daher gibt es auch keine Erbsünde, denn deren Sündenfall sollen wir ja geerbt haben. Wir sind nicht aus dem Paradies vertrieben, sondern immer noch drin. Allerdings tun wir alles um es zu zerstören.
Es wurden in den Höhlen von Quumran Schriftrollen gefunden, die aber nicht alle veröffentlicht wurden. Einen Teil davon hält die katholische Kirche immer noch unter Verschluß. Jesus hat aramäisch gesprochen, und nicht griechisch oder hebräisch. Günter Schwartz, ein Theologe hat vieles aus dem griechischen rückübersetzt, und festgestellt, dass vieles falsch übersetzt oder bewußt weggelassen wurde. de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnther_Schwarz_(Theologe) ; Solange beide Kirchen ausschließlich auf der Bibel beharren, und nicht auch mal andere Texte im Gottesdienst vorkommen dürfen, werden sie scheitern. Durch das Internet haben wir soviel Möglichkeiten uns zu informieren, dass man vieles aus der Bibel einfach nicht mehr glauben kann. Die Kirche muß einen Weg finden, den Besuchern eine Leitfaden an die Hand zu geben, wie sie selbst zu Gott finden , und einen lebendigen Dialog mit ihm führen können.Glaube / Christ sein muß fühlbar und erfahrbar sein.

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4 Wochen 20 Stunden her #28

Zur Reformation 2.0 braucht es einen offenen Umgang mit Missverständnissen. Die Schriften aus Qumran sind längst alle wissenschaftlich ausgewertet (ich selbst hatte in meiner Studentenzeit in den 70er/80er Jahren einen kleinen Job in der Registrierung der Texte), versteckte Erkenntnisse gibt es nicht und braucht es nicht. Die Bibeltextfunde von Qumran sind eine aufregende "Zeitkapsel" und haben eine genaue Übereinstimmung mit den Bibelabschriften späterer Jahrhunderte gezeigt und eine unglaubliche Präzision der Schreiber - den Gegenbeweis zur "stillen Post". Zudem zeigte sich, dass die Klostergemeinschaft von Qumran Gedankenaustausch mit der Jesusbewegung gehabt zu haben scheint. Ja, möglicherweise gab es Grenzgänger, die in beiden Welten gelebt haben. Qumran war ein Kloster ohne Mauern, ein spiritueller Rückzugsort auf Zeit, wie heute Taizé. Kein Stoff für einen weiteren Dan-Brown-Roman.

Das Phänomen, das die Bibel "Sünde" nennt, gehört leider nicht ins Reich der Fiktion. Sünde ist Beziehungslosigkeit - es meint Beziehungslosigkeit zu Gott, und Beziehungslosigkeit zur kreatürlichen Mitwelt, Beziehungslosigkeit zum Nächsten. Sie erschafft den "homo incurvatus in se ipso", wie die frühen Theologen sagten, den in sich selbst hinein gedrehten Egomanen, der nur auf sich achtet. Das Tragische, so lehrte Augustin im 4./5.Jahrhundert, an der Sünde sei, dass sie nicht nur mein Fehlverhalten meint, das ich ggf abstellen könnte. Sünde sind auch Lebensumstände, in die ich schuldlos hineingeboren bin und die über mich herrschen. (Dieses Hineingeborensein mit Sexualität zu verbinden, war allerdings eine Schnapsidee des Kirchenvaters Augustin, aber sein Irrtum an diesem Punkt nimmt dem Thema nicht seine Relevanz). Wir leben nicht im Paradies, auch wenn einige Menschen sich mehr leisten können als je zuvor. Die Bibel hält uns mit ihrer Warnung vor der Gefährlichkeit der Sünde wach. Wir können aktuelle neue Bezeichnungen dafür finden. Wenn aber "Sünde eine Erfindung der Kirche" ist, dann ist auch die globale Erwärmung eine bloße Erfindung der Chinesen, zum Schaden der US-amerikanischen Wirtschaft.

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4 Wochen 17 Stunden her #30

So höre ich das zum ersten Mal.Ich denke, oder mein Empfinden ist es, dass es für viele Dinge eine neue Bezeichnung, oder Redewendung/ Erklärung geben muß. Das Wort Sünde assoziiere ich mit Verdammung und Verurteilung Gottes. Und das glaube ich einfach nicht mehr, dass Gott uns verdammt und verurteilt.
Zu dem Paradies : wahrscheinlich hat es das , wie Adam und Eva, nie gegeben. Auch gut.

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